WAZ 07.09.2018: Segensreiche Hilfe am Lebensende

Lokalkompass 18.7.2018 : Ethikkomitee und Adipositaszentrum beim Selbsthilfetag in der City präsent

Beim Selbsthilfetag auf dem Dr.-Ruer-Platz freuten sich die Gruppen vom Adipositaszentrum NRW der Augusta Kliniken genauso über prominenten Besuch wie das Ambulante Ethikkomitee Bochum, in dem neben Prof. Dr. Dirk Behringer noch weitere Augustaner mitwirken. Die Vorstandsmitglied Dr. Birgitta Behringer und Rainer Meschenat berichteten, dass Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke und Oberbürgermeister Thomas Eiskirch vorbeigeschaut und sich informiert hatten.

Auf dem zentralen Bochumer Platz präsentierten sich bei strahlendem Wetter sehr viele der gut 250 Selbsthilfegruppen der Stadt und machten auf ihre jeweiligen Anliegen aufmerksam. Das Adipositaszentrum NRW bietet Lösungen für Menschen mit massivem Übergewicht. Im Ambulanten Ethikkomitee Bochum (AEB) haben sich Menschen aus verschiedenen Professionen des Gesundheitswesens zusammengefunden, um sich mit medizinethischen Fragen auseinanderzusetzen und der Öffentlichkeit unmittelbar zu dienen.

Lokalkompass 10.7.2018: 2. Blasenkrebstag war ein Erfolg

Äußerst zufrieden mit dem Ablauf des 2. Blasenkrebstages waren die Veranstalter von der Bochumer Selbsthilfegruppe Blasenkrebs und von der Augusta-Klinik für Urologie. „Der Hörsaal im Institutsgebäude war gut gefüllt“, beschreibt Dorothee Henzler, die Selbsthilfebeauftragte der Augusta Kliniken, „und die Besucher hatten jede Menge Fragen, die letztlich auch alle beantwortet wurden.“

Urologie-Chefarzt PD Dr. Burkhard Ubrig erklärte den Anwesenden, wie die robotisch-assistierte OP Methode funktioniert und zeigte dies auch in einem Film. Beate Bukowski hatte jede Menge Informationen zum Thema Rehabilitation. Dabei ging es u.a. um Antragsfristen und den Schwerbehindertenausweis. Auch in der Pause wurde sie noch von vielen Besuchern mit ihren persönlichen Fragen angesprochen.

Prof. Dr. Dirk Behringer, der Leiter des Onkologischen Zentrums Augusta, fragte das Publikum, was man mit einer Chemotherapie verbinde. Es entwickelte sich ein Gespräch zum Thema Verhältnismassigkeit bei der Durchführung einer Chemotherapie.

Als besonderen Gast begrüßte man Firat Demirhan, einen Patienten mit künstlichem Darmausgang (Stoma), der mit seiner originellen Lebensgeschichte mittlerweile ein alter Hase in TV-Talkrunden ist. Er hielt einen sehr offenen Vortrag über sein Leben und das Thema „Stoma und Sexualität“.

Die von Gesundheitsredakteurin Petra Koruhn moderierte Gesprächsrunde befasste sich u.a. mit den Ängsten der Patienten (Psychoonkologie) und die Selbsthilfegruppe Blasenkrebs beteiligte sich engagiert an der Diskussion.

In der Pause konnten die Besucher ihren Blutdruck messen und sich über Stoma Produkte und Anwendung beraten lassen. Es gab einmal mehr sehr leckeres, vegetarisches Fingerfood, was den Besuchern sehr gut geschmeckt hat. „Es war“, so Dorothee Henzler, „eine gelungene, thematisch sehr vielseitige und gut besuchte Veranstaltung.“

Die Selbsthilfegruppe Blasenkrebs in Bochum ist eine große und aktive Gruppe, die Betroffene, Angehörige und Interessierte u.a. mit regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen informiert, berät und begleitet.

Fotos: Dorothee Henzler

 

Presse Augusta: Patientenverfügung professionell begleiten: ACP-Workshop des Ambulanten Ethikkomitees

„Sie haben ihre Patientenverfügung selbst gemacht? Ohne Hilfe bzw. fachkundige Beratung?“ Prof. Dr. Jürgen in der Schmitten nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt ganz deutlich was er meint: „Dann können sie die Verfügung auch gleich wegschmeißen.“ In der Schmitten ist Allgemeinarzt, Psychotherapeut und Palliativmediziner – und Protagonist von „Advance Care Planning“ (ACP = gesundheitliche Vorausplanung). Er war gerade zu Gast bei einem Intensiv-Workshop des Ambulanten Ethikkomitees in Bochum (AEB).

Bei ACP geht es um die Etablierung eines professionell begleiteten Kommunikationsprozesses, der Menschen bei der Entwicklung ihrer individuellen Patientenverfügung unterstützt. „Das kann in der Tat kaum jemand allein“ sagt die Bochumer Palliativmedizinerin Dr. Birgitta Behringer, Sprecherin des AEB. Behringer und das Komitee haben im Gesundheitszentrum Bochum an der Bergstraße gerade mit knapp zehn Kursteilnehmern – gefördert von den Bochumer Stadtwerken – die letzte Einheit einer Ausbildungsmaßnahme abgeschlossen, die Menschen aus dem Gesundheitswesen dazu befähigt, diesen wichtigen Kommunikationsprozess kompetent zu begleiten

„Mancher Verfasser einer Patientenverfügung, z.B. im Altenheim, hat die Formulierungen und/oder deren Konsequenzen nicht verstanden oder kann sich nicht artikulieren“, sagt Kursteilnehmerin Dorothee Henzler aus den Augusta Kliniken. „Dann sind die Verfügungen nichts wert und können evtl. nicht beachtet werden.“ Viele führende deutsche Köpfe sind für Gesetzesänderungen, für Anpassungen der Standardverfügungen – und natürlich vor allem für ACP mit dem professionell begleiteten Kommunikationsprozess, der in Australien und Neuseeland schon extrem gut funktioniert.

Stationäre und ambulante palliative Versorgung, sagt auch Prof. Dr. Dirk Behringer als Leiter des Onkologischen Zentrums Augusta und AEB-Mitstreiter, „sind in Bochum über die Zusammenarbeit des Palliativnetz Bochum e.V. mit unterschiedlichsten Institutionen bereits exzellent vernetzt. Auf dieser Ebene sind Therapieziele in den einzelnen Versorgungsstrukturen abgestimmt. Für die anderen Patienten – und das sind die meisten – gibt es aber bisher keine verbindlichen Regelungen.“

Und da will das Ethikkomitee mit ACP verstärkt ansetzen. Einige Mitarbeiter aus Bochumer Altenheimen waren bei dem höchst anspruchsvollen neuntägigen (!) Workshop dabei und haben nun – wie die anderen Teinehmer das notwendige Zertifikat für den professionell begleiteten Kommunikationsprozess von ACP. Weitere Kurse sind im Übrigen geplant.

info@ethikkomitee-bochum.de
www.ethikkomitee-bochum.de

Zur Info:
Neben seiner Praxis in Büderich, einem Stadtteil von Meerbusch bei Düsseldorf, ist Prof. in der Schmitten am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf in Lehre und Forschung tätig. Und er arbeitet – im Sinne der Sache – auch als Autor: Gemeinsam mit Dr. theol. Michael Coors, Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG), Hannover, PD Dr. Ralf Jox, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (LMU München) hat Prof. Dr. Jürgen in der Schmitten ein Standardwerk zu ACP herausgebracht, das die Vorgehensweise bei „normaler Patientenverfügung“ und ACP vergleicht und wertet.

„Advance Care Planning – Von der Patientenverfügung zur gesundheitlichen Vorausplanung“, Kohlhammer Verlag, 29,99 Euro

 

WAZ 23.5.18: Patientenverfügung oft wirkungslos

Im Workshop „Behandlung im Voraus planen“ werden Gesprächsbegleiter ausgebildet. Sie helfen Patienten, eine Patientenverfügung zu schreiben.

WAZ_2018_05_23 ACP Workshop

Lokalkompass: Ehrenamtliche erlösen 400€ für die Fördergemeinschaft für Krebsbetroffene

Langer Samstag in der City“ heißt ein Titel der Kölner Mundart-Band „Bläck Fööss“. Einen solchen machten sich jetzt erstmals bei der Bochumer Bücher- und Plattenbörse am 12.Mai auf dem Boulevard zahlreiche Ehrenamtliche der an den Augusta Kliniken verorteten Fördergemeinschaft für Krebsbetroffene.

Bei der Bücher- und Plattenbörse konnten Privatleute gegen eine Standgebühr von 12 Euro (inklusive Tisch) auf einer ganzen Meile Bücher, CDs und Platten verkaufen. „Eine Reihe von Mitgliedern unserer Fördergemeinschaft“, sagt Vorsitzende Claudia Jöhring, „hat sich auf Initiative von Katrin Gondermann, der stellvertretenden Leiterin des Hospizes St. Hildegard, bei der Bücher- und Plattenbörse beteiligt.
Angeboten wurden Bücher aus dem Bestand der Fördergemeinschaft und des Hospizes. Der Erlös aller Verkäufe ging an die Fördergemeinschaft. Bei dem herrlichen Wetter freuten sich die Akteure über eine unerwartet gute Resonanz. „Wir haben“, so Dorothee Henzler, „über 400 € für den guten Zweck erlöst.“ Das ist bei einem Buch Preis von etwa 1,00 € pro Buch ein wirklich stattlicher Erfolg.

Neben den Verkaufsaktivitäten führten die Teilnehmer viele Gespräche mit interessierten Passanten über die Palliativarbeit in den Augusta Kliniken und im Hospiz St. Hildegard.

http://www.lokalkompass.de/bochum/vereine/ehrenamtliche-erloesen-400-euro-fuer-die-foerdergemeinschaft-fuer-krebsbetroffene-d896781.html

Mit dem „Wünschewagen“: Muschelsammeln in Nordwijk

Die Freude war ihr anzusehen und sie sorgte offenbar auch für ein Mehr an Energie und körperlicher Kraft. Die schwer kranke Bochumerin Petra Zimmer wurde vom „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverbandes Ruhr e.V. von der Palliativstation der Augusta Kliniken abgeholt, um mit ihrem Mann Jürgen einen Kurztrip nach Nordwijk zu unternehmen. „Ich möchte noch einmal am Strand spazieren gehen, Muscheln sammeln – und natürlich holländische Frietjes essen.“

„Die Aussicht auf diese kleine Reise“, so die behandelnde Ärztin Dr. Franziska Köntopp, „hat ihr Auftrieb gegeben, sie stabilisiert.“ So sehr stabilisiert, dass sie sogar die Strapazen von Filmaufnahmen in Kauf nahm und sich von einem SAT1-Fernsehteam begleiten ließ. „Ich mache das“, sagte sie, „weil ich möchte, dass dieses wirklich tolle Projekt noch bekannter wird.“

Die 55jährige weiß, wovon sie spricht. Sie hatte das Glück, schon vor zehn Tagen diesen Trip machen zu können. „Jetzt hat das Fernsehen dafür gesorgt, dass ich noch einmal mitfahren darf.“ Rettungssanitäter Tobias Berg (27) und Praktikantin Madeleine Klages (25) begleiteten Zimmer schon beim ersten Mal. „Ehrenamtlich“, wie Berg betont – und gleich im nächsten Satz für dieses Herzensprojekt wirbt. „Ich gebe ihnen gleich ein paar Prospekte, denn wir suchen weitere Ehrenamtliche.“

TV-Reporter Johann Subklew, sein Kameramann Marius Humpert und der für den Ton verantwortliche Daniel Schäkermann gingen ihre Aufgabe sehr sensibel und sehr offen an. Sie wussten natürlich, dass sie die Erfüllung des vielleicht letzten Wunsches von Petra Zimmer begleiteten.

Email wuenschewagen@asb-ruhr.info

www.wuenschewagen.com

(von Eberhard Franken)